{"id":601,"date":"2011-02-22T11:18:22","date_gmt":"2011-02-22T10:18:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.psnv-saarland.de\/?p=601"},"modified":"2014-04-21T18:37:09","modified_gmt":"2014-04-21T17:37:09","slug":"beistand-in-extremsituationen-artikel-aus-der-saarbrucker-zeitung-mit-genehmigung-des-autors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/notfallseelsorge.saarland\/index.php\/blog\/allgemein\/beistand-in-extremsituationen-artikel-aus-der-saarbrucker-zeitung-mit-genehmigung-des-autors\/","title":{"rendered":"Beistand in Extremsituationen (Artikel aus der Saarbr\u00fccker Zeitung, mit Genehmigung des Autors)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erschienen: <\/strong>16.02.2011 \/ SZR \/ SBM_MAN \/ BREG_3 \/ <strong>Ressort: <\/strong>Region \/ <strong>Textname: <\/strong>SBM_MAN.HP.BREG_3.ART1 \/ <strong>Verfasser:<\/strong><em> SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Mitarbeiter der Notfallseelsorger-Teams geben Betroffenen in der Not halt <\/strong><\/p>\n<p><strong>Die ehrenamtlichen Notfallseelsorger begleiten Polizisten beim \u00dcberbringen von Todesnachrichten oder stehen Angeh\u00f6rigen bei erfolgloser Wiederbelebung bei. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz. <\/strong><\/p>\n<p><em>Von SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg<\/em><\/p>\n<p><strong>Saarbr\u00fccken. <\/strong>Stunden vergingen bis die Frau richtig begriff, was passiert war: Ihr Partner, der regungslos im Bett lag, kam nicht wieder ins Leben zur\u00fcck. In Augenblicken wie diesen, in denen ein Mensch zusammenzubrechen droht, sind Notfallseelsorger da und halten den Schmerz, den Schock und auch die Fassungslosigkeit aus. \u201eIch wei\u00df, dass ich stark bleiben muss. Menschen d\u00fcrfen zusammenbrechen, aber ich muss der ruhende Pol sein\u201c, sagt Hans-Lothar H\u00f6lscher \u00fcber die Rolle des Notfallseelsorgers. Er leitet das Team in Saarbr\u00fccken und ist neben seinem Beruf als evangelischer Gemeindepfarrer in Quierschied ehrenamtlicher Mitarbeiter der landesweiten Notfallseelsorge.<!--more--><\/p>\n<p>Unter den Ehrenamtlichen sind etwa ein Drittel hauptberuflich angestellte Theologen in der rheinischen und pf\u00e4lzischen Landeskirche und in den Bist\u00fcmern Trier und Speyer. Die \u00fcbrigen zwei Drittel arbeiten unter anderem als Psychologe, Sozialp\u00e4dagoge und in der IT-Branche.<\/p>\n<p>\u00dcber Funkmeldeempf\u00e4nger oder per Rund-SMS auf&#8217;s Handy empfangen die Notfallseelsorger ihr \u201eSignal\u201c. Im Saarland fordern Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei ihre Hilfe an. Sieben Tage in der Woche, zu jeder Tages- und Nachtzeit. \u201eWenn wir per Funkmeldeempf\u00e4nger benachrichtigt werden, dann erfahren wir was passiert ist, zum Beispiel dass sich jemand das Leben genommen hat, wo wir hinfahren m\u00fcssen und wer uns angefordert hat\u201c, sagt Birgit Iversen-Hellkamp, Notfallseelsorgerin im Regionalverbands-Team und hauptamtlich Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde St. Arnual. Dann fahren sie zum Einsatzort \u2013 die violette Einsatzjacke im Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>An der Einsatzstelle angekommen, gibt es zuerst ein kurzes \u00dcbergabe-Gespr\u00e4ch, vorausgesetzt die Notfallseelsorger treffen noch Rettungskr\u00e4fte, Polizeibeamte und Notarzt an. Danach beginnt die \u201eSeelsorge in Extremsituationen\u201c. Im Jahr 2009 hatten die Notfallseelsorger im Saarland insgesamt 414 Eins\u00e4tze, ein Jahr zuvor waren es 432. Aktuellere Zahlen zu den Eins\u00e4tzen im vergangenen Jahr liegen noch nicht vor. Zumeist haben es die saarl\u00e4ndischen Notfallseelsorger bei ihren Eins\u00e4tzen mit erfolgloser Wiederbelebung zu tun. Oftmals begleiten sie Polizisten beim \u00dcberbringen von Todesnachrichten und betreuen Angeh\u00f6rige von Menschen, die sich das Leben genommen haben. F\u00fcr den Fall, dass ein Mensch in einer Einsatzsituation akut suizidgef\u00e4hrdet ist, setzen sich die Notfallseelsorger mit einem Arzt in Verbindung. \u201eWir sind ja keine ausgebildeten Psychiater und k\u00f6nnen auch keine Verantwortung \u00fcbernehmen, falls sich jemand etwas antut\u201c, erl\u00e4utert Karin Strempel, die im Regionalverbands-Team mitarbeitet und als Gemeindereferentin im Bistum Trier angestellt ist.<\/p>\n<p>Drei bis vier Stunden kann ein Einsatz dauern, etwa im Privatwohnraum, an Unfallstellen wie auf der B51 oder in Evakuierungsgebieten \u2013 wie j\u00fcngst nach einem Bombenfund in Saarbr\u00fccken. \u201eWir lassen niemanden nach unseren Eins\u00e4tzen alleine zur\u00fcck. Wir versuchen Verwandte oder Nachbarn zu benachrichtigen, die helfen den Betroffenen aufzufangen\u201c, sagt Strempel. \u00dcber ihr ehrenamtliches Engagement in der Notfallseelsorge sagt sie: \u201eMeine Motivation stammt aus meinem christlichen Glauben. \u201c Olaf Riebes, Notfallseelsorger im Saarpfalz-Kreis und Pastoralreferent im Bistum Speyer h\u00e4lt die Notfallseelsorge f\u00fcr einen notwendigen Dienst. \u201eIch traue mir die Notfallseelsorge zu, ich kann das aushalten. Lieber fahre ich einmal zu viel zu einem Einsatz als einmal zu wenig\u201c. www.psnv-saarland.de<\/p>\n<p><strong>HINTERGRUND <\/strong><\/p>\n<p><strong>Im Saarland <\/strong>gibt es sechs Notfallseelsorger-Teams. Pro Landkreis ist eine Gruppe zust\u00e4ndig. Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste k\u00f6nnen die Teams anfordern. Der \u00f6kumenische \u00fcberkonfessionelle Fachdienst besteht bereits seit 1996. Das Saarland ist nach eigenen Angaben das erste Bundesland, das den Fachdienst f\u00fcr Betroffene und f\u00fcr Einsatzkr\u00e4fte gesetzlich festgeschrieben hat. <em>bera <\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.psnv-saarland.de\/wp-content\/uploads\/2011_SZ.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-603\" src=\"http:\/\/www.psnv-saarland.de\/wp-content\/uploads\/2011_SZ-207x300.gif\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/notfallseelsorge.saarland\/wp-content\/uploads\/2011_SZ-207x300.gif 207w, https:\/\/notfallseelsorge.saarland\/wp-content\/uploads\/2011_SZ.gif 703w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erschienen: 16.02.2011 \/ SZR \/ SBM_MAN \/ BREG_3 \/ Ressort: Region \/ Textname: SBM_MAN.HP.BREG_3.ART1 \/ Verfasser: SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg Die Mitarbeiter der Notfallseelsorger-Teams geben Betroffenen in der Not halt Die ehrenamtlichen Notfallseelsorger begleiten Polizisten beim \u00dcberbringen von Todesnachrichten oder stehen Angeh\u00f6rigen bei erfolgloser Wiederbelebung bei. 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